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Von zögerlich zu selbstbewusst – drei Monate Mountain RescYou.
Manchmal braucht es nur einen Schritt ins Unbekannte, um alles ins Rollen zu bringen. Genau das haben drei junge Menschen gewagt, als sie sich für unser Projekt Mountain RescYou entschieden haben. Drei Monate, die am Anfang vor allem eines bedeuteten: Unsicherheit. Kann ich das schaffen? Halte ich durch? Was kommt da auf mich zu?
Heute, nach zwölf intensiven Wochen, können wir voller Stolz sagen: Sie haben es geschafft. Und wie!

Der Anfang: Unsicherheit trifft auf Neugier
Kein Reiseprojekt ist ein Selbstläufer. Sich darauf einzulassen, bedeutet Mut – und die Bereitschaft, alte Muster hinter sich zu lassen. Für unsere Teilnehmenden begann Mountain RescYou mit genau diesem Schritt: dem Sprung ins Unbekannte. Gemeinsam mit ihren Betreuern starteten sie bei Outward Bound in die erste Phase des Projekts. Drei Wochen voller Teamaktionen, sportlicher Herausforderungen und kleiner Abenteuer. Klettern, Fußball, Minigolf – manchmal spielerisch, manchmal anstrengend, immer aber mit der Chance, über sich hinauszuwachsen.
Die Unsicherheit war spürbar. Doch gleichzeitig wuchs etwas Neues: Neugier, Offenheit, ein erstes Vertrauen – in die Gruppe und in sich selbst.
Auf zur Hütte: Alltag in den Bergen
Nach drei Wochen hieß es: Rucksack packen, hoch in die Berge, hoch zur Hütte. Hier begann die längste und intensivste Phase. Zwei Monate voller Erfahrungen, die niemand so schnell vergessen wird.
Die Natur als Begleiter, das einfache Leben auf der Hütte, der gemeinsame Alltag – all das wurde zur Bühne für echtes Lernen. Plötzlich ging es nicht mehr um kleine Teamspiele, sondern um Verantwortung: für das Kochen, das Putzen, das Miteinander. Für sich selbst und für die anderen.
Und es ging um mehr: um echte Herausforderungen. Jeder Teilnehmende absolvierte den Bergretterschein, plante eine eigene Tour, setzte sie in der Gruppe um und erlebte, was es bedeutet, Verantwortung in kritischen Momenten zu tragen.



Verantwortung übernehmen – Schritt für Schritt
„Ich hätte nie gedacht, dass ich das kann.“ – dieser Satz fiel mehrfach. Denn Mountain RescYou heißt auch: sich selbst überraschen.
Eine Tour durch unbekanntes Gelände planen und durchführen.
In der Höhe sichern, helfen, Verantwortung übernehmen.
Entscheidungen treffen, die für die ganze Gruppe wichtig sind.
Das alles forderte – und machte gleichzeitig stark. Aus Unsicherheit wurde Mut. Aus „Ich weiß nicht, ob ich das schaffe“ wurde „Ich habe es geschafft“.
Begleitung, die trägt
Ein Projekt wie Mountain RescYou funktioniert nicht ohne enge pädagogische Begleitung. Die Betreuer waren von Anfang an dabei – nicht als „Besserwisser“, sondern als Begleiter auf Augenhöhe. Sie haben unterstützt, ermutigt, manchmal auch gebremst. Vor allem aber haben sie eines getan: den jungen Menschen zugetraut, Verantwortung zu übernehmen.
Denn genau darum geht es: erleben, dass man gebraucht wird. Dass man etwas kann. Dass man über sich hinauswachsen darf.


Stolz, der bleibt
Wir sind stolz – auf die jungen Menschen, die diesen Weg gegangen sind, und auf das, was sie erreicht haben.
Stolz, weil sie sich getraut haben, ihre Komfortzone zu verlassen. Stolz, weil sie Verantwortung übernommen haben – für sich, für andere, für ihren Alltag. Stolz, weil sie gezeigt haben, was entsteht, wenn man junge Menschen im echten Leben begleiten darf. Was wir gesehen haben ist mit Worten nur schwer beschreiben können: strahlende Gesichter nach einer bestandenen Tour, Teamgeist beim gemeinsamen Kochen, Konzentration beim Klettern, Freude über kleine Erfolge.
Was bleibt nach drei Monaten?
Mountain RescYou ist mehr als ein Projekt. Es ist ein Prozess, der Spuren hinterlässt. Die jungen Menschen gehen nicht einfach zurück in ihr altes Leben. Sie gehen mit neuen Erfahrungen, neuem Selbstbewusstsein und einem klareren Blick auf das, was möglich ist. Sie haben gelernt, Verantwortung zu übernehmen. Sie haben erlebt, dass sie Teil einer Gemeinschaft sind, die trägt. Und sie haben entdeckt, dass sie viel mehr können, als sie sich zu Beginn zugetraut haben.



Ein Dank an alle Beteiligten
Ein Projekt wie Mountain RescYou lebt nicht nur von den Teilnehmenden, sondern auch von den Menschen, die es begleiten und ermöglichen. Ein großes Dankeschön geht deshalb an unsere Betreuer, an die Partner vor Ort und an alle, die diese Reise unterstützt haben. Ihr habt nicht nur ein Projekt mitgestaltet – ihr habt Veränderungen möglich gemacht.
Fazit: Von Unsicherheit zu Selbstbewusstsein.
Drei Monate können viel verändern. Aus zögerlichen Schritten wurden mutige Schritte. Aus Unsicherheit wurde Selbstbewusstsein. Mountain RescYou zeigt, was entstehen kann, wenn man jungen Menschen die Chance gibt, Neues zu erleben, Verantwortung zu übernehmen und sich auszuprobieren – mitten im echten Leben, mitten in den Bergen.
Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Projekt – und sind gespannt, welche Geschichten dann geschrieben werden.
Für individuelle Fragen und alle ausführliche Informationen rund um das Gesamtkonzept, Zeitplaninhalte, freie Plätze und Anmeldungen können Sie mit der Projektleiterin und imBlick-Geschäftsführerin Steffi Jöst ein persönliches Gespräch führen. Schicken Sie einfach eine Mail oder rufen Sie direkt an:

Mountain RescYou

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